Despedida!

18. März 2010

Man soll gehen, wenns am schönsten ist… oder man die Schnauze voll hat. Bei mir ist es ein bisschen von beidem.

Gerade beim Abschied merk ich, wie viel Spaß Mendoza doch gemacht hat: der Unterricht bei Intercultural, das Kellnern in Faro. Ich hab zwar von der Vendimia, dem traditionellen Weinfest Anfang März, außer einem schnellen Blick von verschmierten Tellern Richtung Feuerwerk links und Umzug rechts nichts mitbekommen; mich trotz Weingegend nur ein einziges Mal mit Kollegen betrunken; hab die meiste Zeit zwischen arbeiten und unterrichten in der Horizontalen und schlafend verbracht;  hab das Erdbeben Ende Februar NICHT gespürt; hab neben einigen guten auch schlechte Zeitgenossen getroffen (andere Geschichte). Und doch… ich werds vermissen.

Aber ich bin schon wieder zu lang hier und es kribbelt in den Füßen. Ich muss weiter. Und zum Abschied gibts ein Bild, das für mich typisch Mendoza ist:
Typisch Mendoza

Morgen früh um halb zehn geht der Bus nach Chile, Visa erneuern; Valparaíso, Viña del Mar und Santiago innerhalb von vier Tagen anschauen und der weitere Plan sieht dann so aus:

Reiseroute Südamerika

Aus der Argentinienreise ist ein Trip durch ganz Südamerika im Zeitraffer geworden.

Anfang nächster Woche mit Sack und Pack nach Buenos Aires, das wichtigste per Post nach Hause schicken, Familie verabschieden und zum letzten Mal was richtiges Essen. Dann gehts nämlich auf die offiziell längste Busreise der Welt bis hoch nach Venezuela. Das heißt: zwei Wochen in mindestens zehn verschiedenen Bussen durch die Pampa, auf der “Ruta de los muertos” über die Anden und hoffen, keine Abhänge hinunterzustürzen.

Sollte ich heil in Venezuela ankommen, faulenz ich etwa fünf Tage auf Isla Margartia im Hostel eines Kumpels und dann gehts am 20. April per Flieger auf die Antillen und von San Martin aus auf einer 11-Meter-Nusschale über den Atlantik Richtung Heimat. Dass ich keinerlei Segelerfahrung hab und gleich beim ersten Versuch sechs Wochen über einen Ozean schippern will, ist überraschenderweise noch gar nicht so beunruhigend. Kommt aber noch.

Ich werd vorraussichtlich Anfang bis Mitte Juni an der Nordseeküste von Board gehen und dann dürften sich so einige in Hamburg auf einen Besuch gefasst machen. Man darf also schon mal das Astra kalt stellen.

8 semanas en “Faro”

17. März 2010

So, gekellnert wär auch.

Es wurde viel rumgeschrien, suspendiert und gekündigt. Mein 26-jähriger Chef “La cara”-Julio  (ja ganz genau, wie “The face” aus dem A-Team) hat sechs Kellner in der Zeit rausgeschmissen. Ich war mit meinen vollen zwei Monaten so etwas wie eine Konstante in dem Laden. Mein Glück, dass ich Englisch und Deutsch spreche, sonst wär ich sicher auch geflogen.

Wenn man Essen beim Koch (“No Hay!”-Jaime) bestellt hat, bekam man erst ein “Was willst du?!”, dann ein “Gibt’s nicht” und dann ein “Immer der selbe Scheiß. Sieh zu, dass du wegkommst!”. Die Pizza war meistens kalt, der Wein zu warm und im Keller tanzen die Kakerlaken Samba auf dem Bife de Lomo.

Der eine Kollege war an meinem letzten Arbeitstag voll wie ein Schuh, hat dankenswerterweise auch während der Schicht heimlich weitergesoffen und abwechselnd Kollegen umarmt und zur Sau gemacht.

Und trotzdem oder gerade deswegen waren die letzten acht Wochen ein Heidenspaß.

Nach insgesamt knapp 400 Stunden in “Faro” bleiben:
- 1300 angehäufte argentinische Peso
- 1000 chilenische Peso Trinkgeld
- 2 US-Dollar Trinkgeld
- 1 Paar völlig kaputte und ausgelatsche Schuhe inklusive Loch in der Sohle
- 1 selbsterstandenes und ziemlich nützliches Kellnermesser
- 4 blaue Flecke
- 1 verdrehtes Knie
- 5 Mal für eine Ukrainerin gehalten worden (nach dem 3. Mal aufgegeben, die Familiengeschichte zu erläutern)
- 7 E-Mail-Adressen von Deutschen Gästen, die ich sicher mal zu Hause wiedersehen werde
- 20 Fotos (es wären mehr, wenn die Kamera nicht so mies wär und mehr Kollegen zum fotografieren dagewesen wären)
- die Erkenntnis, dass ich gar nicht so eine miese Kellnerin bin. Jedenfalls besser als vor fünf Jahren. Eine Karriere wirds
dennoch nicht werden.

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chisme mendozino

16. März 2010

Das ist offiziell die niederträchtigste Geschichte, die ich jemals gehört habe.

Da ist dieser Mann. Verheiratet, Vater einer 6-jährigen Tochter. Er ist der Chauffeur eines der reichsten Männer Mendozas. Seinem Chef gehören so gut wie alle Gewürzgeschäfte in der Stadt und in gewissermaßen gehört ihm auch dessen Frau.

Die hat nämlich schon seit Jahren ein Verhältnis mit dem reichen Boss und ist Mutter seiner einjährigen Zwillinge. Der Mann weiß das. Ganz Mendoza weiß das. Scheiden lassen will er sich aber nicht. Er liebt seine Frau trotz allem. Kündigen kann er nicht. Er braucht den Job, um sich und seine Tochter zu ernähren.

Seine Frau liebt ihn schon lange nicht mehr. Überhaupt liebt sie niemanden. Auch nicht den reichen Geschäftsmann. Mit ihm ist sie nur zusammen, weil er eine Menge Kohle hat. Ihre Kinder vernachlässigt sie, was diese mit Essen kompensieren. Weswegen der eine Zwilling auch unfassbar fett ist, dafür dass er erst ein gutes Jahr an Lebenszeit verbucht.

Verletzte Gefühle sucht man vergebens. Der Boss schert sich nämlich um seine Meträsse auch herzlich wenig. Sie gibt zwar eine passable Mutter für die Kinder ab aber heiraten würde er sie nie. Er vergnügt sich lieber ab und an mit 19-jährigen Mädels und zukünftigen Weinköniginnen und reist mit ihnen ins schöne Nachbarland Chile. Da hat er nämlich ein Ferienhaus direkt am Meer.

Nichtsdestotrotz will die kleine Familie zusammen in den Urlaub fahren. Der Boss, seine Freundin und die Zwillinge. Allerdings entspannt sichs mit Kindern im Schlepptau nicht so gut. Was liegt also näher, als den Chauffeur (zur Erinnerung: Der Noch-Ehemann seiner Freundin) zu fragen, ob er sie nicht durch Argentinien kutschieren will und während dem Urlaub auf die Bastard-Kinder seiner Frau und seines Chefs aufpassen kann?

Wann genau der arme Hund von Ehemann Amok laufen wird, kann ich nicht sagen. Dürfte aber nicht mehr so lange dauern.

El Internet se rompió

12. März 2010

Das Internet ist kaputt! Also meins. Beziehungsweise das des Menschen, der sein WLAN offen zugänglich gelassen, das gemerkt und jetzt wieder mit Passwort geschützt hat.

Das heisst, dass mir jetzt den ganzen Tag unfassbar langweilig ist und ich das Haus verlassen muss, um E-Mails im Internet-Café zu checken.

Was ich den Rest des Tages mache, wenn ich nicht gerade kulinarische Leckerbissen und Erfrischungsgetränke serviere: Ich esse, versuche zu schlafen und schaue “Two and a half men”.

Ich schaue die Serie einfach nochmal. Sieben Staffeln vom Pilot bis zur neusten Folge. Und das Verrückte: Es wird nicht langweilig!

Was mir Kummer bereitet: Das Internet wird vorraussichtlich bis kommenden Dienstag (Sitcom-Tuesday!) nicht wieder ganz sein. Bei Folge 17×7 is also Schluss und ich muss von vorne anfangen.

Oder ich mach das gleiche nochmal mit “The Big Bang Theory”. Oder ich lese ein Buch.

Bazinga!

bulkr

04. März 2010

Normalerweise mach ich sowas nicht. Wir sind hier ja nicht bei mashable oder wired. Aber heute will ich mich mal in eine neues Metier wagen: Ich empfehle nützliche Software. Jaha, ganz genau! Keine Angst, kommt nicht wieder vor. Aber es ist mir ein Anliegen, meine Entdeckung zu teilen.

Zur Sache: Bisweilen habe ich während der Reise ohne Laptop meine Bilder direkt von der SD-Karte über die flickr-Website in meinen Account geladen. Die Bilder sind also online und verfügbar. Ich würde aber dennoch gerne ein Backup der Alben auf meine Platte ziehen. Ich erstelle nunmal liebend gerne Ordner und sortier unheimlich gern Zeug. Wer mich kennt, weiß, von was ich spreche. Egal.

Leider ist flickr so schäbig und man kann nur Einzelbilder runterladen. Das ist bei mehreren hundert Bildern sehr mühsam und wirkt sich spätestens nach dem fünfzehnten negativ auf das vegetative Nervensystem aus.

Also hab ich die letzten Wochen damit verbracht, ein Tool zu suchen, mit dem ich ganze Alben bequem von flickr auf meinen Rechner laden kann. Ich hab nicht wörtlich pausenlos gesucht. Aber alle drei Tage so eine Minute. Wär sonst schneller drauf gekommen.

Wie auch immer… bei der Suche bin ich über so einige Programme gestolpert, hab installiert, gestartet, mich geärgert und wieder gelöscht. Ums kurz zu machen: flickrEdit, flickrBackup und PhotoGrabbr sind ganz großer Mist. (Ganz besonders PhotoGrabbr!!!)

Das Tool zu use ist bulkr. Übersichtlich, funktioniert und – wichtig für Mac-Fuzzies wie mich: sieht gut aus. Hier schön erklärt von einem, der sich Mühe gemacht (und das Ding wahrscheinlich mitprogrammiert) hat. Mit Bildchen und so.

Nochmal: BULKR! Bequem ganze Sets von flickr laden und nie mehr suffrn.

Hehe… okay der war billig.

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